Interview im Punk Zine

1. Zunächst erstmal Hallo! Wo bist du aufgewachsen, wo wohnen deine Eltern, wie wurdest du sozialisiert?

Hallo! Schön, dass ihr ein Interview mit mir machen möchtet! Das freut mich sehr. Ich komme aus Mönchengladbach und habe dann lange in Bochum gewohnt, Ich bin weiblich sozialisiert. Und ich in mit Punk sozialisiert. Ich kenne es gut wenig Geld zu haben.

P:
2.      Wie bist du zum Punk gekommen? Du warst ja zunächst ein Iro-Punk mit Kutte usw. Das ist ja auch ´ne Schublade, ne Uniform oder ´ne Verkleidung- sagen weinige Leute. Warst du als Jugendlicher auf der Suche nach einer neuen Identität?

F:
Ich in immer noch Punkerin. Ich liebe Punk und das ist ein wichtiger Teil meiner Identität. Durch meinen älteren Bruder bin ich schon früh an Punkbands gekommen. Ich habe mich, u a wegen der Transidentität, immer als ‚anders‘ als die anderen gefühlt. Das konnte ich in Punk gut ausdrücken. Das ‚anders sein‘ feiern. Ich hatte nie so viel Lust zu arbeiten und finde Kapitalismus blöd. Punk hat für mich diesem Lohnarbeitsdruck und Konkurrenzdruck in der Schule was entgegengesetzt. Und ich fand es so schön einfach da was zu machen. Eine neue Punkband zu starten ging ganz gut für mich, weil es da nicht son professionalitätäsanspruch gab. Das schrammelige ist Kult und mitmachfreundlich. Meine Kutte trag ich immer noch gern. Ich find den Punk Style einfach cool. Aber auch den Do ist yourself Gedanken und die Idee von Anarchie und Selbstorganisation.

P:
3.      Hörst du heute noch Punkrock? Was sagst du zur Verhaftung des VKJ Sängers wegen Kindesmissbrauch? Ist es sein Ding? Kann jeder leben wie er will?

F:
Krass von der Verhaftung hab ich noch nichts gehört. Sexualisierte Gewalt geht natürlich gar nicht! Was für ein ätzender Scheißtyp! Kotz Kotz Kotz! Koooootz!!!
Ich höre immer noch gerne Punkrock. Am liebsten Deutschpunk. Lieblingsbands sind gerade: ‚Abgesagt‘, ‚Angebrachte Panik‘ und ‚Die Dorks‘.

P:
4.      Wie stehst du zur Punkszene 2018? Gab es negative Reaktionen alter Punk Kumpels weil du jetzt eine blonde Frau im Kleid sein willst?

F:
Es ist nicht so dass ich eine Frau sein will, ich bin eine Frau. Und das war ich schon immer. Nur jetzt zeige ich es offen. Die meisten Reaktionen war sehr gut und unterstützend. Klar, gab und gibt es da auch Leute die damit nicht klarkommen. Mit Trans nicht klarzukommen ist für mich das Gegenteil von Punk. Punk ist für mich auch eine klare Absage an Diskriminierung aller Art.

P:
5.      Neben der Gitarre spielst du auch Akkordeon. Kennst du Quetschmän? Wie stehst du zum abkulten und zur Verehrung von Einzelpersonen bis hin zur Erklärung zum Helden innerhalb der Linken, beißt sich das nicht?

F:
Ja, Akkordeon spiele ich sehr gerne. Ich mache oft Straßenmusik. Im Frühling und Sommer draußen und im Winter in U-Bahnhöfen. Da spiel ich immer Akkordeon. Yok Quetschenpower kenne ich. Ach ich finde so Leute abzufeiern die mensch cool findet ok. Das kann schon jede Person selbst einschätzen wie das für sie passt. Für mich gab es immer wieder Leute die Vorbilder für mich waren. Das tat mmir glaube ich gut. Und gab mir Inspiration. Ich kenne das aber auch, dass manchmal mein Selbstbewusstsein im Keller ist. Und wenn ich dann manche Leute so cool finde, dann schüchtert mich das auch ein. Und ich fühle mich klein neben ihnen. Das tut mir dann nicht mehr gut.

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